Marie-Curie-Str. 27
72760 Reutlingen
Nils Wogram Joe Sachse Duo
Nils Wogram, Posaune
Joe Sachse, Gitarre
Wie kommt es, dass das alles so selbstverständlich, freundlich und mitreißend wirkt? Wohl weil sich hier zwei Wahlverwandte getroffen haben. Helmut „Joe“ Sachse, fast ein Vierteljahrhundert älter als Nils Wogram, ist in der DDR groß geworden und hat sich seinen Weg zum Jazz gegen alle Widerstände selbst gebahnt – von der Tanz- und Rockmusik zum freien Spiel und weiter zu einer unverwechselbaren Sprache auf dem Instrument. Nils Wogram ist in eine etablierte Jazzszene hineingewachsen und hat sich sowohl als Instrumentalist als auch mit langfristig arbeitenden Bands eigenständig profiliert. Joe fasziniert an Nils die Versalität: „Er kann alles spielen.“ Und Nils schwärmt von Joe Sachses autarker Musikalität: „ein ganz seltenes, kostbares Gut“.
Begegnet sind sich die beiden erstmals beim Jazzfestival im italienischen Clusone – Nils Wogram im Duo mit dem Pianisten Simon Nabatov, Joe im Duo mit seinem Gitarrenkollegen Uwe Kropinski. Der Funke entzündete sich 2012, als Thomas Brückner, Veranstalter der Reihe Campus Jazz im Leipziger Mediencampus Villa Ida, Joe Sachse eine Carte Blanche gab und dieser sich eine Begegnung mit Nils Wogram wünschte. Das Duo startete fulminant, wurde aufgezeichnet und auf der CD „Free and Tremendous“ (Jazzwerkstatt) veröffentlicht. Im November 2021 gelang es schließlich, im legendären Studio Nord in Bremen gemeinsam aufzunehmen – Stücke, die beide überwiegend eigens für diesen Anlass geschrieben hatten. Eine Musik, die vom Papier abhebt und in enger Verflechtung von Komponiertem und spontanem Spiel ihren eigenen Weg findet. Präzision und Freiheit in furiosem Miteinander.
Kein Zufall, dass Joe Sachse schon immer gern mit Posaunisten gespielt hat – im Quartett „Doppelmoppel“ oder im Duo mit Conny Bauer, Johannes Bauer oder Albert Mangelsdorff. Und auch Nils, dem man durchaus ein Mangelsdorff-Gen attestieren kann, spielt im Duo mit Conny Bauer. Bemerkenswert ist zudem Joe Sachses perkussiver Einsatz der Füße – mit dem rechten auf dem Gitarrenkoffer wie auf einer Bassdrum, mit dem linken wie auf einer Hi-Hat, beides per Mikrophon abgenommen. Eine Ein-Mann-Rhythm-Section. „Ein Unikat“, sagt Nils Wogram.
Dem Dialog der beiden ist ein swingender Grundgestus immanent, auch das Bluesfeeling in einem weit gefassten Sinne. Treffend formulierte es der unvergessene Michael Naura: „Wer sich zu zweit auf die Bühne wagt, liefert neben Musik auch sein Psychogramm ab. Im Duo zeigt sich der Mensch wie unter einer Lupe. Unter Musikern gilt: Spiele im Duo und ich sage dir, wer du bist.“
Eintritt:
Vorverkauf via Reservix: 28,50€
30€ / ermäßigt 26€ / Young listeners special 16€